Die
Reise durch die azurblauen Gewässer der Adria und später
durch das Mittelmeer war ereignislos und das Boot stand unter dem
Kommando des verantwortlichen Offiziers. Der Frachter lag gut in
der Zeit, als er Port Said erreichte, zu diesem Zeitpunkt übernahm
der Kapitän wieder die Kontrolle.
Wie in jedem anderen Land, führten auch die ägyptischen
Behörden eine Anzahl von Routinekontrollen und Überprüfungen
durch. Zu dieser Zeit galten diese Kontrollen vor allem dem Zweck,
Feinde oder ins Land geschmuggelt Waffen zu eliminieren. All diese
Prüfungen nahmen eine relativ lange Zeit in Anspruch, aber
letztendlich war es der Giannis D. erlaubt, ihre Reise durch den
Kanal von Suez fortzusetzen. In der Bucht von Suez angekommen, hielt
der Frachter erneut an, um den Lotsen von Bord zu lassen. Für
die Giannis D begann jetzt eine Reise durch einige der anspruchvollsten
und unberechenbarsten Gewässer der Welt.
Die Giannis D. befand sich jetzt im oberen Bereich des Golfes von
Suez, einer langen, engen Wasserstrasse, welche mit Riffen und kleinen
Inseln übersät ist. Die Inseln sind gut sichtbar, aber
die Riffe kann man unter der Wasseroberfläche nur erahnen und
sind schon so manchem unvorsichtigem Kapitän zum Verhängnis
geworden.
Der Kapitän der Giannis D. war erfahren in diesen Gewässern
und hatte Vertrauen genug, um seinem Junior Kapitän die schwierige
Navigation zu überlassen. Er setzte den normalen Kurs und überprüfte
alle Komponenten und Einstellungen bevor er die Brücke verließ.
Beim Erreichen der Strasse von Gubal, als sich die Küste des
Sinai weiter östlich erstreckte und sich das ägyptische
Festland sogar in noch größerer Entfernung westlich befand,
war der Kapitän beruhigt, denn nun, so glaubte er, war die
gefährlichste Strecke der Passage überwunden und er könne
sich etwas entspannen - Was für ein schrecklicher Irrtum, am
19.04.1983 sank der Holzfrachter nach Kollision mit dem Riff in
Abu Nuhas.
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